Weiches Wasser: Welche Zierfische sind geeignet?
Die Wasserhärte spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Zierfischen im Aquarium. Während einige Arten hartes Wasser bevorzugen, gedeihen andere besser in weichem Wasser. Doch was genau bedeutet "weiches Wasser" und welche Fischarten sind dafür besonders geeignet? In diesem Artikel erfährst du alles über weiches Wasser, welche Zierfische sich darin wohlfühlen und wie du die Wasserhärte im Aquarium optimal anpassen kannst.
Was ist weiches Wasser?
Die Wasserhärte wird durch die Menge an gelösten Mineralien, insbesondere Calcium und Magnesium, bestimmt. Sie wird in der Einheit "Grad deutscher Härte" (°dH) angegeben:
- Weiches Wasser: 0 - 8 °dH
- Mittelhartes Wasser: 9 - 15 °dH
- Hartes Wasser: über 15 °dH
Weiches Wasser hat also einen niedrigen Mineraliengehalt und kommt oft in tropischen Regionen vor, insbesondere in Flüssen und Regenwaldgebieten.
Vorteile von weichem Wasser für Zierfische
Viele tropische Zierfische stammen aus Regionen mit weichem Wasser, weshalb sie sich in einem solchen Umfeld am wohlsten fühlen. Die Vorteile weichen Wassers sind:
- Natürliche Umgebung: Es imitiert die Heimatgewässer vieler tropischer Fischarten.
- Geringere Algenbildung: Weniger Mineralien bedeuten oft weniger Algenwachstum.
- Bessere Fortpflanzungsbedingungen: Viele Arten benötigen weiches Wasser zur erfolgreichen Eiablage und Aufzucht.
- Geringeres Risiko für Krankheiten: Zu hohe Härte kann bei empfindlichen Fischen zu Stress und gesundheitlichen Problemen führen.
Zierfische, die weiches Wasser bevorzugen
Diskusfische (Symphysodon spp.)
Diskusfische sind die wohl bekanntesten Vertreter weichwasserliebender Fische. Sie stammen aus den Amazonasgebieten und benötigen eine Wasserhärte von 1 - 4 °dH und einen pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Sie sind anspruchsvoll in der Pflege und benötigen eine hohe Wasserqualität.
Skalare (Pterophyllum scalare)
Auch Skalare kommen aus dem Amazonas und fühlen sich in weichem Wasser mit einer Härte von 2 - 10 °dH besonders wohl. Sie bevorzugen leicht saures Wasser (pH 6,0 - 7,0) und benötigen ausreichend Platz.
Neonsalmler (Paracheirodon innesi & P. axelrodi)
Diese beliebten Schwarmfische benötigen eine Wasserhärte von 1 - 8 °dH. Besonders der Rote Neon (P. axelrodi) ist empfindlich gegenüber zu hartem Wasser. Ein leicht saurer pH-Wert (5,5 - 6,8) ist ideal.
Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus ramirezi)
Die farbenprächtigen Schmetterlingsbuntbarsche fühlen sich in weichem Wasser mit 0 - 6 °dH am wohlsten. Sie benötigen eine konstante Wasserqualität und eine Temperatur zwischen 26 - 30 °C.
Ziersalmler (Hyphessobrycon-Arten)
Viele Salmlerarten wie der Rotkopfsalmler oder der Glühlichtsalmler bevorzugen weiches Wasser. Sie fühlen sich bei einer Wasserhärte von 2 - 10 °dH und einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 besonders wohl.
Apistogramma-Arten (Zwergbuntbarsche)
Diese Buntbarsche benötigen eine sehr geringe Wasserhärte von 0 - 5 °dH und einen niedrigen pH-Wert (5,0 - 6,5). Apistogrammaarten sind besonders empfindlich gegenüber Wasserverunreinigungen.
Wie kann man die Wasserhärte im Aquarium senken?
Falls dein Leitungswasser zu hart ist, gibt es mehrere Methoden, um die Wasserhärte zu reduzieren:
- Umkehrosmoseanlage: Entfernt fast alle gelösten Mineralien und erzeugt sehr weiches Wasser.
- Destilliertes Wasser oder Regenwasser: Kann mit Leitungswasser gemischt werden, um die Härte zu senken.
- Torf-Filterung: Torf setzt Huminsäuren frei und senkt die Wasserhärte sowie den pH-Wert.
- Erlenzapfen und Seemandelbaumblätter: Diese natürlichen Zusätze helfen, das Wasser weicher und leicht sauer zu machen.
- Einsatz von speziellen Wasseraufbereitern: Es gibt kommerzielle Produkte, die die Wasserhärte reduzieren.
FAQs zu weichem Wasser und Zierfischen
1. Wie messe ich die Wasserhärte?
Die Wasserhärte kann mit Tröpfchentests oder Teststreifen aus dem Aquarienhandel gemessen werden. Ein GH- und KH-Test gibt Aufschluss über die Gesamthärte und Karbonathärte.
2. Welche Pflanzen passen zu weichem Wasser?
Pflanzen wie Amazonasschwertpflanze, Cryptocorynen, Vallisnerien und Javamoos gedeihen besonders gut in weichem Wasser.
3. Können hartwasserliebende Fische in weichem Wasser leben?
Die meisten Hartwasserfische können sich an weicheres Wasser gewöhnen, jedoch nicht umgekehrt. Arten wie Guppys oder Malawibuntbarsche benötigen jedoch härteres Wasser für ein gesundes Leben.
4. Warum ist ein stabiler pH-Wert wichtig?
In weichem Wasser kann der pH-Wert schneller schwanken. Eine stabile Wasserchemie ist wichtig, um Stress und Krankheiten bei Fischen zu vermeiden.
5. Ist weiches Wasser besser als hartes Wasser?
Es kommt auf die Fischarten an. Tropische Fischarten bevorzugen weiches Wasser, während andere, wie afrikanische Buntbarsche, oft hartes Wasser benötigen.
Fazit
Weiches Wasser ist für viele tropische Zierfische essenziell, da es ihre natürlichen Lebensbedingungen widerspiegelt. Diskusfische, Neonsalmler, Skalare und Zwergbuntbarsche sind nur einige der Arten, die weiches Wasser benötigen. Falls dein Leitungswasser zu hart ist, gibt es zahlreiche Methoden, um die Wasserhärte zu senken. Ein gut gepflegtes Aquarium mit der richtigen Wasserchemie sorgt für gesunde und vitale Fische. Indem du die Bedürfnisse deiner Fische berücksichtigst, kannst du eine ideale Umgebung für sie schaffen und ihr Wohlbefinden langfristig sichern.