
Ist ein Maulwurf schädlich für den Garten?
Jeder Gärtner kennt das Bild: Plötzlich erscheinen kleine Hügel aus Erde auf dem gepflegten Rasen, und die Vermutung liegt nahe – ein Maulwurf ist eingezogen. Doch ist der kleine Gräber wirklich ein Problem für den Garten oder bringt er sogar Vorteile mit sich? In diesem Artikel gehen wir der Frage nach, ob ein Maulwurf schädlich für den Garten ist und wie man am besten mit ihm umgeht.
Was ist ein Maulwurf und wie lebt er?
Der europäische Maulwurf (Talpa europaea) ist ein säugetierartiges Tunnelgräbertier, das in Europa weit verbreitet ist. Er lebt unter der Erde und ernährt sich hauptsächlich von Regenwürmern, Insektenlarven und anderen Bodenlebewesen. Seine Grabetätigkeit sorgt für die charakteristischen Maulwurfshügel, die viele Gärtner als ärgerlich empfinden.
Vorteile eines Maulwurfs im Garten
1. Natürliche Bodenlockerung
Maulwürfe durchgraben den Boden und sorgen für eine natürliche Belüftung. Dadurch wird der Boden gelockert und bleibt wasserdurchlässig, was das Wachstum von Pflanzen begünstigt.
2. Nützlicher Schädlingsbekämpfer
Maulwürfe fressen Schädlinge wie Engerlinge, Schneckenlarven und Drahtwürmer, die den Wurzeln von Pflanzen schaden können. So tragen sie zur natürlichen Regulierung des Bodenlebens bei.
3. Keine Gefahr für Pflanzen
Im Gegensatz zu Wühlmausen, die Pflanzenwurzeln anfressen, beschädigt der Maulwurf keine Pflanzen direkt. Seine Ernährung besteht ausschließlich aus tierischer Kost.
Nachteile eines Maulwurfs im Garten
1. Optische Beeinträchtigung
Die Maulwurfshügel stören das Erscheinungsbild eines gepflegten Rasens. Besonders in Ziergärten oder auf Rasenflächen kann dies als unschön empfunden werden.
2. Lockerung des Bodens an unerwünschten Stellen
In Bereichen mit empfindlichen Pflanzen kann das Umgraben des Bodens problematisch sein, da es zu einer Instabilität führen kann.
3. Indirekte Schäden durch Wühlmäuse
Da Maulwurfgänge oft von Wühlmäusen genutzt werden, kann die Anwesenheit eines Maulwurfs indirekt zu Problemen führen, wenn Wühlmäuse nachrücken und Wurzeln schädigen.
Maulwurf vertreiben oder dulden?
Da der Maulwurf in Deutschland unter Naturschutz steht, ist es verboten, ihn zu töten oder zu fangen. Dennoch gibt es einige legale Methoden, ihn aus dem Garten zu vertreiben:
1. Natürliche Geruchsabwehr
Maulwürfe haben einen empfindlichen Geruchssinn. Hausmittel wie Buttermilch, Knoblauch oder saure Milch können helfen, ihn zu vertreiben. Auch spezielle Maulwurfschreck-Geräte sind im Handel erhältlich.
2. Lärm als Abschreckung
Maulwürfe sind geräuschempfindlich. Windspiele, Rasseln oder spezielle Ultraschallgeräte können sie aus dem Garten fernhalten.
3. Bodenverdichtung
Da Maulwürfe lockeren Boden bevorzugen, kann eine Verdichtung des Bodens an bestimmten Stellen dazu beitragen, dass sie sich ein anderes Revier suchen.
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Ist der Maulwurf gefährlich für meinen Rasen?
Nein, der Maulwurf schadet dem Rasen nicht direkt. Seine Hügel können jedoch das Erscheinungsbild beeinträchtigen.
Wie erkenne ich den Unterschied zwischen einem Maulwurf und einer Wühlmaus?
Wühlmäuse hinterlassen Fraßspuren an Wurzeln und Pflanzen, während Maulwürfe sich nur von Insekten ernähren. Zudem sind Wühlmausgänge oval, während Maulwurfsgänge rund sind.
Kann ich einen Maulwurf fangen und umsiedeln?
Nein, das ist laut Bundesnaturschutzgesetz verboten. Stattdessen sollten vertreibende Methoden genutzt werden.
Wie kann ich Maulwurfshügel entfernen?
Die Erde aus den Hügeln kann einfach im Garten verteilt oder für Blumenbeete genutzt werden.
Fazit: Maulwurf – Schädling oder Nützling?
Ein Maulwurf ist keineswegs ein Schädling, sondern ein nützliches Tier, das zur Gesundheit des Bodens beiträgt. Seine Grabtätigkeit verbessert die Bodenstruktur und hilft bei der Schädlingsbekämpfung. Wer Maulwurfshügel als natürlichen Teil des Gartens akzeptiert oder gezielt vertreibende Maßnahmen ergreift, kann mit ihm friedlich koexistieren.
Anstatt gegen den kleinen Erdbewohner vorzugehen, sollte man die Vorteile eines natürlichen Gleichgewichts im Garten erkennen und für sich nutzen.