Von der Theke ins Terrarium: Unerwartete Upcycling-Möglichkeiten für Tierhalter
Wer ein Terrarium oder Aquarium besitzt, weiß: Die richtige Einrichtung macht den entscheidenden Unterschied. Hochwertige Dekoelemente, Rückwände oder Kletterstrukturen können allerdings schnell teuer werden – und sind häufig nur begrenzt individualisierbar.
Es lohnt sich daher, einmal über den Tellerrand hinauszublicken und nach kreativen Upcycling-Ideen Ausschau zu halten. Besonders Materialien aus Gastronomie und Einzelhandel lassen sich überraschend gut zweckentfremden und bieten nicht nur optische, sondern auch funktionale Vorteile.
Von Glasbehältern, die als Mini-Paludarien dienen, bis hin zu alten Schneidebrettern, die sich in stylische Rückwände verwandeln: Mit etwas Fantasie entstehen einzigartige Lebensräume für Reptilien, Amphibien oder Fische. Mit dem Upcycling gehen neben einem nachhaltigen Handeln also auch völlig neue gestalterische Möglichkeiten einher.
Alte Schätze neu entdeckt: Vom Gastrobedarf zum Terrarium-Upgrade wird
Besonders spannend wird es, wenn sich in Bereichen umgeschaut wird, die auf den ersten Blick rein gar nichts mit der Terraristik oder Aquaristik zu tun haben. Beispielsweise finden sich im Bereich Gastrobedarf robuste Edelstahlregale, Glasglocken oder Holzboxen, die für die Lagerung von Lebensmitteln genutzt wurden.
Solche Materialien lassen sich problemlos umfunktionieren – etwa als erhöhte Liegeflächen für Echsen, als Schutzräume für nachtaktive Tiere oder als dekorative Pflanzgefäße für ein naturnahes Terrariendesign.
Besonders Glasbehälter, die ursprünglich für Vorratshaltung oder als Dessertglocken gedacht waren, eignen sich hervorragend für kleine Bioaktive-Setups. Mit einer guten Belüftung lassen sich darin tropische Mini-Ökosysteme gestalten, in denen Moose, Farne und Springschwänze ein stabiles Mikroklima bilden. Ebenso können in ehemaligen Küchenbehältern Pflanzenzuchten für Futterinsekten untergebracht werden – eine nachhaltige Alternative zu den herkömmlichen Plastikboxen.
Robuste Materialien für langlebige Einrichtung
Upcycling hat nicht nur den Vorteil, dass es Ressourcen schont – die Materialien aus Gastronomie und Einzelhandel zeigen sich oft auch langlebiger als herkömmliche Dekoelemente aus dem Fachhandel.
Edelstahl etwa rostet nicht und eignet sich daher ideal für feuchte Umgebungen wie Paludarien oder Regenwald-Terrarien. Auch widerstandsfähige Holzarten wie Teak oder Eiche, die in Restaurants oft für Schneidebretter oder Servierplatten genutzt werden, lassen sich als stabile Plattformen oder Kletteräste zweckentfremden.
Ein weiteres Beispiel sind alte Wein- oder Holzkisten, die für den Transport von Obst oder Spirituosen genutzt wurden. Sie dienen beispielsweise als natürliche Höhlenstrukturen oder Rückwände. Genutzt werden sollten diese allerdings nur, wenn sie mit ungiftigen Lacken oder Lasuren behandelt wurden. Solche Elemente unterstützen eine rustikale Optik und bieten den Terrarientieren sichere Verstecke.
Sicherheit geht vor: Worauf du beim Upcycling achten solltest
So spannend solche Upcycling-Ideen auch sein mögen – nicht jedes Material eignet sich bedenkenlos für den Einsatz in einem Terrarium oder Aquarium.
Besonders wichtig ist es, auf chemische Rückstände zu achten. Möbel oder Dekoelemente, die mit Holzschutzmitteln oder Lacken behandelt wurden, sollten nur verwendet werden, wenn sie garantiert ungiftig sind oder vorher entsprechend aufbereitet wurden.
Auch Metalle wie Kupfer oder Messing sind problematisch, da sie in feuchten Umgebungen korrodieren und giftige Substanzen an das Wasser oder die Luft abgeben können. Bei Kunststoffen ist dagegen zu prüfen, ob sie lebensmittelecht sind – nur dann ist gewährleistet, dass keine Schadstoffe in das Terrarienklima übergehen.
Werden diese Sicherheitsaspekte beachtet, lässt sich mit Upcycling viel Geld sparen. Ganz nebenbei werden auch noch einzigartige Lebensräume für die Tiere geschaffen. Mit der richtigen Planung und einem Blick für Details können aus vermeintlichem Altmaterial echte Hingucker entstehen.