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Klimawandel: Die Ausbreitung der Gottesanbeterin in Deutschland

Klimawandel: Die Ausbreitung der Gottesanbeterin in Deutschland

Der Klimawandel beeinflusst nicht nur unsere Wetterverhältnisse, sondern auch die Verbreitung von Tierarten. Eine der auffälligsten Entwicklungen in Deutschland ist die zunehmende Ausbreitung der Gottesanbeterin (Mantis religiosa). Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, wird sie immer häufiger in deutschen Gärten, Wiesen und Wäldern gesichtet. Doch was steckt hinter diesem Phänomen? In diesem Artikel beleuchten wir die Zusammenhänge zwischen dem Klimawandel und der Verbreitung der Gottesanbeterin, untersuchen ihre Lebensweise und geben Tipps für Terraristikliebhaber, die sich für diese faszinierende Insektenart interessieren.

Die Gottesanbeterin: Ein Porträt

Die Gottesanbeterin, auch Mantis religiosa genannt, ist eine beeindruckende Raubinsektenart, die durch ihre auffällige Haltung und Jagdtechnik besticht. Ihre Vorderbeine sind zu Greifwerkzeugen umgebildet, mit denen sie blitzschnell Beute wie Fliegen, Heuschrecken und kleinere Insekten fängt. Sie erreicht eine Länge von bis zu 7,5 Zentimetern, wobei Weibchen meist größer sind als Männchen.

Besonders bekannt ist die Gottesanbeterin für ihr "betendes" Aussehen, das durch die angewinkelten Vorderbeine entsteht. Sie gehört zur Ordnung der Fangschrecken (Mantodea) und ist weltweit in warmen und gemäßigten Klimazonen verbreitet. In Deutschland galt sie lange als selten und beschränkte sich vor allem auf die wärmeren Regionen im Süden, etwa die Oberrheinebene.

Klimawandel und die Verschiebung von Lebensräumen

Der Klimawandel hat in den letzten Jahrzehnten zu einem Anstieg der Durchschnittstemperaturen in Deutschland geführt. Längere Sommer, mildere Winter und eine Verschiebung der Vegetationszonen schaffen neue Lebensräume für Arten, die zuvor in kälteren Klimazonen nicht überlebensfähig waren. Dies betrifft auch die Gottesanbeterin.

Forscher haben festgestellt, dass die Temperatur ein entscheidender Faktor für die Reproduktion und Entwicklung der Gottesanbeterin ist. Eier und Larven benötigen eine Mindesttemperatur, um sich erfolgreich zu entwickeln. Durch die Erhitzung des Klimas finden sie nun auch in Nord- und Mitteldeutschland geeignete Bedingungen. Insbesondere urbane Wärmeinseln, wie Städte und dicht besiedelte Regionen, bieten ideale Voraussetzungen für die Ausbreitung.

Natürliche und menschliche Einflussfaktoren

Neben den klimatischen Bedingungen spielen auch menschliche Einflüsse eine Rolle. Intensive Landwirtschaft, Monokulturen und die Zerstörung von Lebensräumen haben die Verbreitung der Gottesanbeterin sowohl gefördert als auch behindert. Während sie in naturnahen Gärten und Schutzgebieten neue Lebensräume finden, leiden sie in industriell genutzten Landschaften unter Pestiziden und dem Verlust von Nahrungsquellen.

Gleichzeitig begünstigen Renaturierungsprojekte, wie das Anlegen von Blumenwiesen und der Verzicht auf chemische Spritzmittel, ihre Verbreitung. Terraristikfans und Naturliebhaber können einen Beitrag leisten, indem sie ihre Gärten als natürlichen Lebensraum gestalten und auf einheimische Pflanzen setzen.

Die Gottesanbeterin im Terrarium

Für Terraristikliebhaber ist die Gottesanbeterin ein faszinierendes Haustier. Ihre Pflege ist vergleichsweise unkompliziert, solange bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden:

Terrarium: Ein gut belüftetes Terrarium mit einer Mindestgröße von 30x30x30 cm eignet sich für ein einzelnes Tier.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit: Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad Celsius sowie eine Luftfeuchtigkeit von 50-70 % sind ideal.

Ernährung: Die Gottesanbeterin ernährt sich ausschließlich von lebender Beute. Heimchen, Fliegen und kleine Heuschrecken sollten zur Verfügung stehen.

Pflege: Regelmäßige Reinigung des Terrariums und die Kontrolle der Temperatur- und Feuchtigkeitswerte sind essenziell.

Es ist wichtig, darauf zu achten, dass die Tiere nicht in Massen gehalten werden, da sie kannibalistisch veranlagt sind. Besonders nach der Paarung besteht die Gefahr, dass das Weibchen das Männchen frisst.

Fazit

Die Ausbreitung der Gottesanbeterin in Deutschland ist ein spannendes Beispiel dafür, wie der Klimawandel das Verhalten und die Verbreitung von Tierarten beeinflusst. Während ihre Anwesenheit für viele Naturfreunde eine Bereicherung darstellt, mahnt sie uns gleichzeitig, die Auswirkungen des Klimawandels ernst zu nehmen.

Für Terraristikfans bietet die Gottesanbeterin die Möglichkeit, ein Stück Natur in den eigenen vier Wänden zu erleben. Mit der richtigen Pflege und einem verantwortungsvollen Umgang kann man nicht nur die Faszination dieser Tiere genießen, sondern auch zum Schutz ihrer natürlichen Lebensräume beitragen. Denn nur eine intakte Umwelt garantiert, dass die Gottesanbeterin weiterhin ein Teil unserer heimischen Fauna bleibt.

Klimawandel: Die Ausbreitung der Gottesanbeterin in DeutschlandKlimawandel: Die Ausbreitung der Gottesanbeterin in Deutschland
Blogartikel 'Blog 6630: Klimawandel: Die Ausbreitung der Gottesanbeterin in Deutschland' aus der Kategorie: "Tipps & Tricks" zuletzt bearbeitet am 21.12.2024 um 12:35 Uhr von Tom

Tom

Userbild von TomTom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor. In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Amerikagesellschaftsbecken, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

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