
Froschbiss im Vergleich: Der Unterschied zwischen Europäischen und Amerikanischen Froschbiss
Wer sich mit Teich- oder Aquarienpflanzen beschäftigt, stößt schnell auf den Begriff „Froschbiss“. Doch was viele nicht wissen: Hinter diesem Namen verbergen sich zwei ganz unterschiedliche Pflanzenarten. Einerseits der bei uns Europäischer Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae), andererseits der sogenannte Amerikanische Froschbiss (Limnobium laevigatum), der ursprünglich aus Mittel- und Südamerika stammt. Beide sehen sich auf den ersten Blick ähnlich, unterscheiden sich aber in wesentlichen Punkten – und diese Unterschiede sind für Teich- und Aquarienbesitzer durchaus von Bedeutung.
Ein Vergleich
Der Eurpäische Froschbiss ist eine klassische Pflanze in natürlichen Teichen, Seen und Gräben Europas. Seine rundlich-herzförmigen Blätter schwimmen auf der Wasseroberfläche, und zur Blütezeit erscheinen kleine, weiße Blüten. Im Herbst zieht sich diese Pflanze in den Gewässergrund zurück und überdauert dort den Winter – sie ist frosthart und an unser Klima angepasst. Für naturnahe Gartenteiche ist sie deshalb eine beliebte Wahl, da sie heimischen Insekten und Amphibien als Unterschlupf dient und das ökologische Gleichgewicht unterstützt.
Ganz anders verhält sich Limnobium laevigatum. Diese Pflanze wurde ursprünglich als Zierpflanze für Aquarien und dekorative Gartenteiche eingeführt. Ihre Blätter sind oval bis rund, auffällig glatt und glänzend, auf der Unterseite häufig mit kleinen Schwimmhilfen ausgestattet. Besonders geschätzt wird sie von Aquarianern wegen ihrer langen, feinen Wurzeln, die unter der Wasseroberfläche hängen und kleinen Fischen oder Garnelen Schutz bieten. Doch anders als der einheimische Froschbiss ist der Amerikanische Froschbiss nicht winterhart. Bleibt er im Freien, überlebt er die kalten Monate nicht. In frostfreien Teichen oder Aquarien gedeiht er hingegen hervorragend – oft so gut, dass er in kurzer Zeit dichte Teppiche bildet.
Auch optisch lohnt es sich, genauer hinzusehen: Während der heimische Froschbiss eine matte, leicht behaarte Blattoberfläche hat, glänzen die Blätter des Amerikanischen Froschbisses und wirken glatter. Zudem blüht der europäische Froschbiss im Sommer sichtbar, während der Amerikanische Froschbiss seine unscheinbaren Blüten im Aquarium meist gar nicht zeigt.
Unterschiede in der Pflanzenpflege
Die beiden Arten lassen sich leicht verwechseln, doch für die Pflege und den verantwortungsvollen Umgang ist die Unterscheidung wichtig:
Während der europäische Froschbiss langfristig in heimischen Teichen verbleiben kann, muss der Amerikanische Froschbiss im Herbst entfernt oder im Aquarium überwintert werden. Bleibt Limnobium laevigatum im Teich, erfriert er – und wer die Pflanze versehentlich entsorgt oder in freie Gewässer gelangen lässt, riskiert, dass sie in wärmeren Regionen ein invasives Verhalten zeigt. In manchen Ländern hat sich diese Art bereits außerhalb ihrer Heimat ausgebreitet und verdrängt dort heimische Wasserpflanzen. Für Aquarianer ist Limnobium laevigatum häufig die erste Wahl – vorausgesetzt, die Wassertemperaturen liegen konstant über 18 Grad Celsius. Wer hingegen einen naturnahen, pflegeleichten Teich gestalten möchte und Wert auf die Förderung heimischer Arten legt, ist mit dem einheimischen Froschbiss besser beraten.
Zusammengefasst ist es für jeden, der mit Wasserpflanzen arbeitet, wichtig zu wissen, welche Art von Froschbiss im eigenen Teich oder Aquarium wächst. Nur so lassen sich sowohl Pflegeaufwand als auch mögliche ökologische Risiken richtig einschätzen. Wer bewusst auswählt, profitiert nicht nur optisch von diesen attraktiven Schwimmpflanzen – sondern leistet auch einen Beitrag zum Schutz der Natur.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de