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Lepomis macrochirus in Aquarium oder Teich halten

Einrichtungsbeispiele mit Blauer Sonnenbarsch

Lepomis macrochirus in Aquarium oder Teich halten (Einrichtungsbeispiele mit Blauer Sonnenbarsch)

Wissenswertes zu Lepomis macrochirus

Herkunft und natürliche Verbreitung

Der Blaue Sonnenbarsch (Lepomis macrochirus) stammt ursprünglich aus Nordamerika, wo er in Flüssen, Seen, Teichen und langsam fließenden Gewässern weit verbreitet ist. Sein natürliches Verbreitungsgebiet reicht von der Ostküste der USA bis zu den zentralen Regionen Nordamerikas. Durch gezielte Besatzmaßnahmen ist die Art mittlerweile auch in Europa, Asien und Südamerika zu finden, wo sie teilweise als invasive Art gilt.

Systematik: Gattung und Familie

  • Wissenschaftlicher Name: Lepomis macrochirus
  • Familie: Centrarchidae (Sonnenbarsche)
  • Gattung: Lepomis
  • Alternativnamen: Blauer Sonnenbarsch, Bluegill, Bluegill Sunfish, Sonnenbarsch

Aussehen und Merkmale

Der Blaue Sonnenbarsch ist ein farbenfroher Fisch mit einem ovalen, seitlich abgeflachten Körper. Je nach Lichtverhältnissen schimmern seine Schuppen in Blau-, Grün- und Gelbtönen. Charakteristisch sind die dunklen Flecken auf den Kiemendeckeln sowie die blauen bis violetten Streifen auf dem Kopf. Erwachsene Tiere erreichen eine Größe von 15 bis 25 cm, in Ausnahmefällen sogar bis zu 30 cm. Die Rückenflosse ist durchgehend, wobei der vordere Bereich mit Stachelstrahlen versehen ist.

Haltung im Aquarium

Aquariumgröße und Einrichtung

Da der Blaue Sonnenbarsch ein aktiver Schwimmer ist, benötigt er ein großes Aquarium von mindestens 720 Litern für eine kleine Gruppe. Die Beckenlänge sollte mindestens 200 cm betragen.

  • Bodengrund: Sand oder feiner Kies
  • Verstecke: Wurzeln, Steine und Höhlen bieten Rückzugsmöglichkeiten
  • Pflanzen: Robuste Pflanzen wie Vallisneria oder Wasserpest, da Sonnenbarsche gerne an Pflanzen zupfen
  • Wasserwerte:
    • Temperatur: 18 – 26 °C
    • pH-Wert: 6,5 – 8,0
    • Gesamthärte (GH): 5 – 20 °dH

Sozialverhalten und Vergesellschaftung

Lepomis macrochirus sind territorial und aggressiv, insbesondere während der Fortpflanzungszeit. Eine Haltung in einer Gruppe von 4–6 Exemplaren ist empfehlenswert. Eine Vergesellschaftung mit robusten Fischarten, wie großen Welsen oder Buntbarschen, ist möglich, jedoch sollte auf friedliche, kleinere Fische verzichtet werden, da diese als Beute angesehen werden könnten.

Ernährung

Der Blaue Sonnenbarsch ist ein omnivorer Räuber, der sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung zu sich nimmt. Eine abwechslungsreiche Ernährung ist essenziell für seine Gesundheit.

Geeignete Futtermittel:

  • Lebendfutter: Insektenlarven, Würmer, Krebstiere
  • Frostfutter: Artemia, Mückenlarven
  • Hochwertiges Trockenfutter: Pellets oder Sticks für Barsche
  • Pflanzliche Nahrung: Erbsen, Salat oder Spirulina

Giftigkeit und Vorsichtsmaßnahmen

Der Blaue Sonnenbarsch ist nicht giftig, jedoch kann er durch seine Aggressivität gegenüber anderen Fischen oder durch seine scharfen Flossenstacheln Verletzungen verursachen. Beim Handling sollte daher Vorsicht geboten sein.

Vermehrung und Zucht

Fortpflanzung in der Natur

In der freien Natur laichen Blaue Sonnenbarsche in flachen Uferzonen mit sandigem oder kiesigem Untergrund. Die Männchen bauen dabei kreisförmige Laichgruben und verteidigen diese aggressiv.

Zucht im Aquarium

Die Zucht ist in Aquarien möglich, jedoch erfordert sie ein separates Zuchtbecken:

  • Temperatur erhöhen auf 22–26 °C
  • Laichsubstrat anbieten: Feiner Kies oder Sand
  • Paarbildung abwarten: Das Männchen lockt das Weibchen in die Laichgrube
  • Eiablage und Brutpflege: Das Männchen bewacht die Eier und fächelt ihnen mit seinen Flossen Sauerstoff zu
  • Schlupf nach 3–5 Tagen, die Larven werden von den Eltern eine Zeit lang bewacht
  • Junge Blaue Sonnenbarsche können mit Infusorien, Artemia-Nauplien oder Mikroorganismen gefüttert werden.

Mögliche Krankheiten

Wie alle Süßwasserfische können Blaue Sonnenbarsche an verschiedenen Krankheiten leiden. Zu den häufigsten gehören:

  • Ichthyophthirius (Weißpünktchenkrankheit): Kleine weiße Punkte auf der Haut; Behandlung mit Temperaturerhöhung und Medikamenten
  • Flossenfäule: Ausgefranste Flossen durch bakterielle Infektionen; regelmäßige Wasserwechsel helfen zur Vorbeugung
  • Kiemenwürmer: Atemnot und Scheuern an Gegenständen; erfordert eine medikamentöse Behandlung

Eine gute Wasserhygiene und eine abwechslungsreiche Ernährung sind essenziell, um Krankheiten vorzubeugen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Kann man Blaue Sonnenbarsche mit anderen Fischen halten?

Ja, aber nur mit robusten, ähnlich großen Fischen. Kleine Fische werden gefressen, und ruhige Arten könnten durch die Aggressivität des Sonnenbarsches gestresst werden.

2. Wie groß wird ein Blauer Sonnenbarsch?

In Aquarien erreichen sie meist eine Größe von 15–25 cm, in der Natur können sie aber bis zu 30 cm groß werden.

3. Sind Blaue Sonnenbarsche leicht zu pflegen?

Für Anfänger sind sie nur bedingt geeignet, da sie große Becken benötigen und aggressives Verhalten zeigen. Wer jedoch Erfahrung mit größeren, territorialen Fischen hat, kann sie gut halten.

4. Kann man Blaue Sonnenbarsche in einem Gartenteich halten?

Ja, in Regionen mit mildem Klima können sie in ausreichend großen und tiefen Teichen gehalten werden. Sie überleben auch kühlere Temperaturen, solange das Wasser nicht komplett zufriert.

5. Sind Blaue Sonnenbarsche für Aquaponik-Systeme geeignet?

Ja, sie werden gelegentlich in Aquaponik-Systemen genutzt, da sie robust sind und eine hohe Futterverwertung haben.

Fazit

Der Blaue Sonnenbarsch (Lepomis macrochirus) ist ein faszinierender, aber anspruchsvoller Aquarienfisch, der viel Platz benötigt. Er besticht durch seine schönen Farben, sein interessantes Brutverhalten und seine Widerstandsfähigkeit. Aufgrund seiner Aggressivität ist eine Vergesellschaftung mit Bedacht zu planen. Wer ihm jedoch ein ausreichend großes Becken und eine ausgewogene Ernährung bietet, kann sich an einem lebhaften und spannenden Pflegling erfreuen.

Haltungsbedingungen

Um Lepomis macrochirus (Blauer Sonnenbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Teichen hergestellt werden können.

  • Wassertemperatur: 18° bis 26°C
  • pH-Wert: 6.5 bis 8.0
  • Gesamthärte: 6° bis 20° dGH
  • Mindestteichgröße: 720 Liter