
Gartenpflanzen im Winterquartier: Wichtige Pflegemaßnahmen
Viele kälteempfindliche Gartenpflanzen haben im Herbst den Weg ins Haus gefunden, sei es in den Keller, den Schuppen oder den Wintergarten. Damit sie gesund durch die kalte Jahreszeit kommen und im Frühjahr kräftig austreiben, ist während der Überwinterung besondere Pflege notwendig. Die Halbzeit der Winterpause bietet eine gute Gelegenheit, den Zustand der Pflanzen zu überprüfen und die Pflegemaßnahmen gegebenenfalls anzupassen.
Standort überprüfen: Wie erkenne ich Probleme?
Der Standort ist entscheidend für das Wohlbefinden der Pflanzen. Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Zugluft können den Pflanzen zusetzen.
- Hinweise auf Lichtmangel: Blätter werden blass oder gelblich, die Pflanze wächst dünn und sparrig oder Blätter fallen ab. Hier hilft ein hellerer Standort oder der Einsatz einer Pflanzenlampe.
- Temperaturprobleme: Zu hohe Temperaturen regen unerwünschtes Wachstum an, während zu niedrige Temperaturen zu Frostschäden führen können. Zeigt eine Pflanze plötzlich braune Blattspitzen oder wirkt schlapp, überprüfen Sie die Temperatur im Raum.
Wasserbedarf: Wie erkenne ich, dass die Pflanze zu trocken oder zu nass ist?
Der Wasserbedarf ist im Winter reduziert, dennoch können Trockenheit oder aber Staunässe problematisch werden.
- Anzeichen von Trockenheit: Die Erde fühlt sich an der Oberfläche und in den unteren Schichten trocken an. Blätter rollen sich ein, hängen schlaff oder fallen ab. Gießen Sie dann behutsam und prüfen Sie, ob das Wasser gut abfließt.
- Hinweise auf Staunässe: Wenn die Erde unangenehm riecht, die Wurzeln faulen oder sich Schimmel auf der Oberfläche bildet, war die Pflanze zu nass. In diesem Fall die Pflanze aus dem Topf nehmen, die Wurzeln prüfen und eventuell faule Teile entfernen. Wechseln Sie die Erde und achten Sie darauf, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Feuchtigkeit in der Luft: Wie reagieren Pflanzen auf trockene Raumluft?
In beheizten Innenräumen leiden viele Pflanzen unter niedriger Luftfeuchtigkeit: Blätter werden spröde, die Ränder trocknen aus, oder die Pflanze wirft vermehrt Laub ab. Besprühen Sie die Pflanze mit kalkfreiem Wasser oder erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit durch eine Schale mit Wasser oder einen Luftbefeuchter.
Schädlingsbefall: Frühzeitige Warnzeichen erkennen
Überwinternde Pflanzen sind oft anfällig für Schädlinge wie Spinnmilben, Schildläuse oder Blattläuse. Klebrige Blätter, feine Gespinste oder Punkte auf den Blattunterseiten deuten auf einen Befall hin. Kontrollieren Sie regelmäßig Blätter, Stängel und die Erde. Entfernen Sie Schädlinge mechanisch oder behandeln Sie sie mit umweltfreundlichen Mitteln wie Schmierseifenlösung.
Allgemeiner Zustand: Wie zeigt eine Pflanze, dass es ihr gut geht?
Eine gesunde Pflanze behält auch im Winter überwiegend ihre Blätter, zeigt keine welken oder verfärbten Partien und hat eine feste Struktur.
- Blätter: Sind sie saftig, grün und glänzend, geht es der Pflanze gut. Gelbliche oder fleckige Blätter weisen auf Licht-, Wasser- oder Nährstoffprobleme hin.
- Wurzeln: Eine Untersuchung der Wurzeln (z. B. bei Umtopfen) kann wertvolle Hinweise geben. Gesunde Wurzeln sind fest und weißlich, während faulige oder braune Wurzeln auf Probleme hindeuten.
Pflegemaßnahmen zur Halbzeit der Überwinterung
Abgestorbene Pflanzenteile entfernen: Schneiden Sie vergilbte oder vertrocknete Blätter und Triebe ab, um Infektionen vorzubeugen.
Wachstum kontrollieren: Manche Pflanzen beginnen bereits im Spätwinter leicht auszutreiben. Halten Sie das Wachstum in Schach, indem Sie die Pflanzen kühl und mäßig feucht halten.
Nährstoffe: Die meisten Pflanzen brauchen in der Ruhezeit keinen Dünger. Wenn erste Austriebe sichtbar werden, kann eine schwache Düngung mit stark verdünntem Flüssigdünger sinnvoll sein.
Licht und Temperatur anpassen: Falls die Pflanze Anzeichen von Lichtmangel zeigt, stellen Sie sie näher ans Fenster oder nutzen Sie eine Pflanzenlampe. Vermeiden Sie jedoch plötzliche Temperaturwechsel.
Aufmerksamkeit und Beobachtung sind der Schlüssel
Pflanzen senden klare Signale, wenn sie nicht optimal versorgt werden. Gelbe Blätter, schlaffe Triebe oder Flecken auf den Blättern weisen darauf hin, dass Wasser, Licht oder Luftfeuchtigkeit angepasst werden müssen. Mit regelmäßiger Kontrolle, Pflege und einer Beobachtung des allgemeinen Zustands lassen sich Probleme frühzeitig erkennen und beheben. So schaffen Sie die besten Voraussetzungen, damit Ihre Pflanzen den Winter gesund überstehen und im Frühjahr wieder in voller Pracht erblühen.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de