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Allgemeines zu Bakterien und Anderes (Teil zwei)
Einrichtungsbeispiele.de - TopBlog! 
 
Ernährung der Bakterien

Eine überwiegende Mehrzahl der Bakterien braucht zur Ernährung organischen Kohlenstoff. Dieser wird durch Abbauvorgänge aus organisch gebundenen Kohlenstoff (Verwesung, Fäulnis) gewonnen. Diese Art der Ernährung nennt man heterotroph.

Im Gegensatz dazu steht die autotrophe Ernährung. Diese Bakterien brauchen zur Ernährung anorganischen Kohlenstoff. Um den nutzen zu können, betreiben die Bakterien entweder Photosynthese (Energielieferant ist das Licht) oder Chemosynthese (Energielieferant sind anorganische Verbindungen).

Unsere meist beachteten Bakterien im Aquarium, die Nitrifikationsbakterien sind autotrophe Bakterien, die Chemosynthese betreiben. Und zwar dient der Stickstoff des Ammoniums/ Ammoniaks bzw. des Nitrit als Energielieferant. Dieser Vorgang ist vom Vorhandensein von Sauerstoff abhängig, d.h. die Bakterien brauchen eine sauerstoffhaltige Umgebung. Diese Bakterien nennt man daher aerob. Auf die Nitrifikationsbakterien werde ich später noch gesondert eingehen.

Dem Gegenüber stehen die anaeroben Bakterien, die nur in Abwesenheit von Sauerstoff leben können. Und dann gibt es noch die fakultativ anaeroben Bakterien, die nicht zwingend auf das Nichtvorhandensein von Sauerstoff angewiesen sind.

Besiedlungsraum der Bakterien

Bakterien besiedeln, wie schon gesagt, alles.
Vermehren sich die Bakterien auf totem organischen oder anorganischen Material an, nennt man diese Bakterien Saprophyten.
Brauchen die Bakterien zur Vermehrung einen lebenden Organismus und schädigen diesen, nennt man diese Bakterien Parasiten.
Schädigen die Bakterien den lebenden Organismus dagegen nicht, nennt man diese Bakterien Kommensalen.

Weitere interessante Fachbegriffe:

Manche Pflanzenliebhaber unter den Aquarianern kennen den Begriff der Allelopathie. Vereinfacht kann man von Hemmstoffen sprechen, die Pflanzen bilden, um andere höhere Pflanzen oder auch Algen zu schädigen.
Einige Bakterien haben ein ähnliches Abwehrsystem entwickelt. Sie produzieren Proteine als Stoffwechselprodukte, die für andere Stämme derselben oder einer nah verwandten Bakterien abtötend wirken. Diese Proteine nennt man Bakteriozine.

Bei der Bekämpfung von Bakterien stößt man immer wieder auf den Begriff Bakteriostase. Er bedeutet, dass Bakterien an der Vermehrung und Wachstum gehindert werden, aber ohne sie abzutöten, die Verfahren wirken bakteriostatisch. Dem gegenüber steht die Abtötung der Bakterien. Die Verfahren wirken bakteriozid.

Verfahren die nur bakteriostatisch wirken, bergen eine wesentlich höhere Gefahr als bakterizid wirkende Verfahren in sich, dass die Bakterien gegenüber dem Verfahren unempfindlich werden. Dies nennt man Resistenz.

Eine Gefahr geht auch von UVC-Klärern aus, die nicht in der Lage sind, bakteriozid zu wirken.

Zitat:
Laut einer wissenschaftliche Arbeit von Frau Dr. Liltved aus dem Institut for Water Research wurden folgende Beobachtungen festgestellt.
Bakterien, die mit UV-Licht behandelt wurden, zeigten eine überraschende Fähigkeit zur Regenerierung ihrer Schäden unter nachfolgenden „Normal“-Bedingungen.
Untersucht wurde das Phänomen der so genannten Photo-Reaktivierung, das die Fähigkeit der Bakterien zur Reparatur von UV-Schäden mit Hilfe von Enzymen im Bereich des sichtbaren Lichts (Lampen oder Sonnenlichte) beinhaltet.
Auf Grund dieses Effektes ist es notwendig die UV-Dosierung drei- bis vierfach im Vergleich zur Inaktivierung ohne Reparatur zu erhöhen.


Da die Qualität des Brenners und die Stärke des UV-Lichtes maßgeblich dafür verantwortlich ist, ob die Bakterien abgetötet oder nur geschädigt werden, ist die Gefahr hoch, dass bei einem nur stundenweise laufenden Brenner oder einem ausfallenden/ zu spät gewechselten Brenner im Becken Bakterien ranwachsen, die gegenüber den normalen UV-Leistungen der Brenner resistent werden. Jeder kennt die Gefahr, die von antibiotikaresistenten Bakterien ausgeht, die Gefahr von UVC-resistenten Bakterien dagegen findet kaum Beachtung. Das Problem ist halt, der normale Aquarianer kann so gar nicht feststellen, was im Becken mit seiner Bakterienflora genau geschieht. Er weiß ja gar nicht, was für Bakterien und Keime er überhaupt im Becken hat.

Fortsetzung folgt.
 
Kategorie: "Mein Einrichtungsbeispiel" zuletzt bearbeitet am 05.04.2010 um 16:47 Uhr
Der Blog wurde von 679 User(n) seit dem 05.04.2010 gelesen
 
 
Kommentare:
 
Geschrieben am 09.04.2010 um 18:46 von Kulleraugen-Fan
Hallo Georg,
worauf ich mit dem UVC eigentlich herauswollte, ist, dass UVC-Brenner 24 Stunden brennen müssen, wenn man die am Becken installiert hat. Es ist leider immer noch so, dass manche Aquarianer diese Geräte nur für 3 oder 4 Stunden laufen lassen.
Ein Versuch an höheren Getreidepflanzen hatte bei einer imittierenden UV-Bestrahlung (also nur stundenweise) eine so starke Produktion des Reparatur-Protein zur Folge gehabt, dass noch während einer späteren erfolgten UV-Bestrahlung 70-80% der Schäden repariert worden sind.

Und ich bin nicht der Meinung, dass die Qualität des Brenner unerheblich sind. UVC ist nicht sichtbar(das sichtbare blaue Sicht sagt nichts über die Qualität der UVC-Strahlung aus) und die Strahlung ist für den Normal-Aquarianer nicht messbar. Der Aquarianer hat also nur die Möglichkeit darauf zu hoffen, dass die Angaben des Herstellers stimmen.
UVC hat die größte bakterizide Wirkung bei 254nm. Kann wirklich jeder Brenner auf dem Markt genau diese 254 nm erzeugen? Unter 200nm entsteht z.B. eine harte Strahlung, die sogar für Trinkwasseraufbereitung gesetzlich verboten ist.
Vielleicht bin ich da auch zu skeptisch, aber ich habe immer etwas Bauchschmerzen bei den vollmundigen Versprechen von Herstellern. ;-))

Zudem ist die Leistung der Röhren wie bei normalen Leuchtstoffröhren abhänig von der Umgebungstemperatur. Hg-Niederdruck ist am leistungsfähigsten in einem recht großen Temperaturbereich. Hg-Hochdruck oder Hg-Mitteldruck fallen da ab. Ich habe aber ehrlich gesagt, keine Ahnung, was von den Herstellern im Aquaristikbereich verbaut wird.

UVC-Resitenz ist übrigens Wirklichkeit. Im Moment zwar meiner Kenntnis nach nur? im Virenbereich. Und zwar sind ds-DNA Viren und Viren mit kleinem Genom da recht leistungsfähig. Aber wie oben schon gesagt, ist dieses so gut wie kein Thema.

Die geschädigten Bakterien bleiben ja z.T. nicht im Becken, sie werden durch den Wasserwechsel in die Umwelt entlassen, können sich da vielleicht erholen und geben diese Information zur Bildung des Reparatur-Proteins weiter...
Zwar wird die UV-Desinfektion schon sehr lange eingesetzt, aber es war im Profibereich. Im Aquarium findet quasi ein Einsatz im Laienbereich statt. Geht das auf Dauer wirklich gut?
Ich bin zugegebener Weise teilweise recht schwarzsehend. Aber der Mensch macht leider viel zu viel kaputt.
Zur Zeit wird ja auch über das Silber geredet. Ist ja auch in alles mögliche drin (Kleidung, Putzlappen etc) Dort wird neben der Schädigung der Bakterien in Klärwerken auch vor einer Silberresistenz gewarnt.

UVC ist außerdem nicht sinnvoll bei Einsatz von Torf, Erlenzapfen, Seemandelbaumblättern etc. Die Wirkstoffe dieser Sachen absorbieren die UVC-Strahlung und machen diese quasi wirkungslos. Sollte man auch im Hinterkopf behalten.
UVC kann keine Stoffe durchdringen.

Und Georg nimm es mir bitte jetzt nicht persönlich, aber ich bin manchmal recht provokant (meine Betreuer können da ein Lied von singen):

Leben Fische im keimarmen Wasser grundsätzlich wirklich länger? Jedenfalls verstehe ich Dich so.(Kann natürlich auch falsch bei mir ankommen).
Im Umkehrschluss müsste man dann ja sagen, Fische in normalen Becken ohne UVC müssen sterben früher. Ist die normale Keimbelastung in einem Becken wirklich immer schädlich? Macht sie unsere Fische grundsätzlich krankheitsanfälliger?
Aquarianer neigen manchmal dazu, einen Faktor im Becken isoliert zu betrachten. Aber das funktioniert im Aquarium leider nicht. Mal ganz simple Beispiele:

Was nützt einem Fisch eine keimarme Umgebung, wenn er von einem anderen Fische zu Tode gejagt wird?

Was nützt es einem Tropheus moorii, wenn er keimarmes Wasser hat, aber mit roten Mückenlarven zu Tode gefüttert wird?

Was hilft eine keimarme Umgebung einem Skalar, wenn seine Fäden von einer Sumatrabarbe angeknabbert werden oder er alleine in einem 100l Becken scbwimmt?

Ein langes Leben ist kein Hinweis darauf, dass der Fisch in keimarmes Wasser gelebt hat, es ist auch kein Hinweis darauf, dass er in optimalen Wasserwerten gelebt hat.
Und mal so eine Frage: Wer kann schon immer genau sagen, woran letztendlich sein Fisch gestorben ist? Vieles ist Spekulation, manches sieht man z.B. Ichtyo.
In Becken mit UVC können Fische auch einen frühen Tod haben, genauso wie Fische sehr lange in einem normalen Becken ohne UVC leben können.
Unser Aquarium ist halt ein Biotop, das funktionieren kann oder auch nicht. Und das obwohl wir doch alles "richtig" gemacht haben.
Nicht falsch verstehen, wenn man einen UVC-Klärer einsetzen will, kann man das machen, aber bitte nicht pauschalisieren und sagen, Fische leben dadurch länger und Fische in normalen Becken werden von der Keimflora grundsätzlich geschädigt. Das ist meiner Meinung und Erfahrung nach schlichtweg falsch.
Ich konnte schon 17 Jahre alte rückenschwimmende Kongowelse, 6 jahre alte Kupfersalmler und 12 Jahre alte Corydoras verschenken. Und das Alter erreichten sie ohne UVC. Auf der anderen Seite hatte ich schon Corydoras, die 2 Wochen nach dem Kauf starben.

Man steckt nicht drin in unserem Hobby. Wir kennen vieles, was sich in biologischer und chemischer Hinsicht abspielt (im Allgemeinen), aber was davon trifft in unserem Becken wirklich zu und vor allem, was geschieht im Verborgenen? Unser Becken ist einmalig, es gibt kein zweites Becken wie unseres, es unterliegt zwar biologischen Gesetzen, doch wie sehen diese im Detail wirklich aus? Wer hat auch als erfahrener Aquarianer nicht schon den Moment erlebt, wo alle seine Erfahrung nichts aber auch gar nichts genutzt hat? Hilflos musste er ansehen, wie die Situation ihm entglitt.

Und man muss auch ganz klar sehen. Es ist natürlich immer löblich, wenn man seinen Fischen eine Umgebung bietet, die sie auch in der Natur haben (Okay, natürlich ohne Anwesenheit von Fressfeinden, Austrocknen der Gewässer und was sonst noch so in der Natur passiert ;-)), aber das ist in der überwiegenden Mehrzahl der Aquarianer absolute Utopie. Schau doch einfach mal auf den Mitgleiderzähler oben. Knapp 12000 Mitglieder. Ich wohne in einer Stadt, wo bestimmt die Anzahl der Aquarianer mindestens das 5-fache erreicht. Ich will nicht wissen, wie manche Becken aussehen...

Vielen Fischen würde es schon sehr viel helfen, wenn sie nicht nur mit einer Sorte Trockenfutter gefüttert werden, sondern auch mal Frostfutter bekommen.
Vielen Fische würde es schon helfen, wenn sie nicht in überfüllten Becken schwimmen müssten..

Diese Liste ließe sich noch weiterschreiben.

lg
Beate
P.S. Okay, war wieder ein Roman.



 
 
Geschrieben am 08.04.2010 um 21:45 von Malawigo
Hallo Beate,

sehr schön geschrieben, allerdings möchte ich anmerken das Deine Schlußfolgerungen daraus nicht ganz richtig sind.

Die Qualität eines Brenners ist irrelavant entscheidend ist das der Brenner eine ausreichend Größe bezüglich der abgegebenen Strahlung hat und im Dauerbetrieb läuft.

Selbst bei Becken mit Gößen z.B 500 Litern und einem angeschlossenem UVC KLärer von 18 Watt bestitzt dieser,
Dauerbetrieb vorausgesetzt, genug Leistung um die Keime
dauerhaft zu schädigen und am vermehren zu hindern.

Das ist der eigendliche Zweck die Vermehrung zu hemmen.

Da unsere Filtersysteme aber eine Umwälzung von mehreren 100 Litern pro Stunde haben kommen noch nicht ausreichend geschädigte Keime also mehrmals täglich an der UV-C Strahlung vorbei.
Der Vergleich zu antibiotikaresistenzen ist so nicht haltbar und verwirrt mehr, als es erklärt, hier denkt jeder sofort an mutierte Supervieren die alles killen und es gibt keine Hoffnung mehr.

Unsere Fische schwimmen in dieser Bakteriensuppe, es vereinfacht auszudrücken ist es wie in unserem Leben, Raucher sterben auch nicht sofort...

Dauerhafte Hälterung von z.B Fischen die in keimarmen Gewässern beheimatet sind ist nicht artgerecht, zu nennen wäre da der Malawisee.

Folgende Anmerkung von Dir aus einem Deiner anderen Blogs.

Zitat:
Und dann gibt es Bakterien, die fakultativ pathogen sind. Diese werden nur dann zum Problem,
wenn der Infizierte aus irgendwelchen Gründen eine geschwächte Immunabwehr hat, oder wenn sich
diese Bakterien aus irgendwelchen Gründen plötzlich sehr stark vermehren können.

Darum geht es bei einem UVC Klärer, abgesehen das Algensporen und alle Krankheitserreger wie z.B Ichtyo dort werden die Schwärmer sehr gut eliminiert, hilft es sehr gut einen Keimdruck zwischen 2 WQasserwechseln zu minimieren.

Grüße Georg
 
 
Geschrieben am 05.04.2010 um 19:16 von Blumenfee
Klasse Beate, einfach mal wieder nur Klasse.
Gut verständlich geschrieben - mach bitte weiter!
Lieben Gruß Blumenfee
 
 
Geschrieben am 05.04.2010 um 19:16 von Blumenfee
Klasse Beate, einfach mal wieder nur Klasse.
Gut verständlich geschrieben - mach bitte weiter!
Lieben Gruß Blumenfee
 
 
 
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